11.05.2018 – Fahrt in Richtung Küste

Diese Nacht war es richtig kalt, nur 4°C am Morgen. Da wir die Heizung richtig aufgedreht hatten, lieferte sie wenigsten warme Luft. Immerhin liegt der Ort ca. 1.300 m hoch. Die Gegend um den Mount Hood ist ebenfalls in der Höhe, also ist unsere Entscheidung doch richtig, wieder an die Küste zu fahren. Los geht es gegen 9 Uhr auf dem Hwy 97 in Richtung Bend. Die Sonne scheint heute von einem wolkenlosen Himmel.

Nur wenige Meilen weiter sehen wir einen schönen Campingplatz im Wald liegen. Also hätten wir eigentlich nur etwas weiter fahren müssen. Die Gegend wird immer interessanter. Im Wald rechts der Straße sehe ich öfters mal Rauch aufsteigen. Zuerst denke ich, na hoffentlich brennt es nicht. Aber da die Erde schwarz ist, vermuten wir, dass es sich um eine vulkanische Gegend handelt. 

Dann kommen wir an einem Berg vorbei, der aus schwarzer Asche und Lavagestein besteht. Ein Schild sagt uns, dass hier das Newberry National Volcanic Monument ist. Wäre sicher auch sehr interessant gewesen. Aber wir haben heute eine lange Wegstrecke vor uns. Die Gegend sieht jetzt wieder sehr ansprechend aus, die Häuser sind nicht mehr von Müll umgeben.

Bei Bend biegen wir dann auf den Hwy 20 in Richtung Nordwesten ab. Es kommen die Berge mit ihren weißen Hauben in Sicht. Drei Berge sehen besonders markant aus. Auf einem Viewpoint halten wir an und erfahren von den aufgestellten Informationstafeln, dass es sich um die Three Sisters handelt. Es sind drei Vulkane mit den Namen North Sister, Middle Sister und South Sister, die alle drei über 3.000 Meter hoch sind. Da sie relativ nahe beieinander liegen, wurden sie Schwestern genannt. Es ist ein toller Anblick, auch wenn sich die Gipfel teilweise in Wolken hüllen.

Wir fahren nun auf die Berge zu, wo sich bereits Wolken türmen. Die Fahrt geht durch den Ort Sister, der ganz auf Tourismus eingestellt ist. Er ist sehr gepflegt und es gibt viele Galerien. Dann biegen wir auf den Hwy 22 in Richtung Norden ab. Es geht nun ständig bergauf und ich habe das Gefühl, wir fahren in die Wolken.  Dann beginnt es auch schon zu regnen, es ist ein feiner Nieselregen. Die Fahrt geht an vielen Waldflächen vorbei, die erst vor kurzer Zeit gebrannt haben müssen. Die verbrannten Bäume, der Regen und teilweise Nebelschwaden geben allem einen mystischen Eindruck.

Bald haben wir die Höhe überwunden und es geht wieder bergab. Die Straße führt uns lange Zeit an einem Fluss entlang durch dunklen Wald. Der Kontrast dazu ist die dunkelrote Erde an den Seitenstreifen. Der Fluss mündet dann erst einmal in einen großen Stausee bei Detroit. Wir fahren eine ganze Weile an dem Stausee entlang, wo man öfters Boote sieht.  Dann geht es weiter am Fluss entlang durch den Wald mit vielen Kurven. Leider regnet es immer noch.

Nach einer kleinen Mittagspause verlassen wir den Wald und fahren durch Farmland. Die Berge haben wir nun hinter uns gelassen. Das Wetter wird langsam besser. Die Sonne schaut ab und zu durch die Wolken und es hat aufgehört zu regnen. Dann erreichen wir Salem, die Hauptstadt des Bundesstaates Oregon. Sie macht einen sehr gepflegten Eindruck und es wäre sicher interessant, sie mal zu erkunden. Wir fahren aber weiter auf dem Hwy 22 in Richtung Küste. Dabei halten wir jetzt Ausschau nach einem State Park und Campingplatz. Susi kann uns leider nichts anzeigen. Hier gibt es viel Landwirtschaft und wohl keinen Tourismus.

Nun kommt wieder eine kurvenreiche Strecke, die durch den Wald führt. Schließlich erreichen wir den Küstenhighway 101 und biegen nach Norden ab. In Beaver bekommt unser Großer auch mal wieder etwas Nahrung. Inzwischen frage ich Susi nach einem Campingplatz und sie zeigt mir einen in etwa 5 km Entfernung an. Da wir heute genug gefahren sind, halten wir an und fragen nach einer Site. Wir bekommen die Site 1 direkt neben dem kleinen Flüsschen. Ich muss wieder mit Bargeld bezahlen, da der Kartenautomat nicht funktioniert. Die Dame an der Rezeption ist noch etwas unbeholfen. Sie erzählt dass sie mit ihrem Mann den Campingplatz erst übernommen haben. Teils sehen die Sites noch etwas ungepflegt aus, die Grünanlagen sind aber schon sehr schön. Überwiegend scheinen hier auch Dauercamper zu sein.

Als wir den Strom anschließen, geht er nur kurz und fällt dann ganz aus. Ich suche den Besitzer, der fleißig Rasen mäht und sage ihm, dass es nicht funktioniert. Er versucht es dann ebenfalls, hat aber ebenso wenig Glück. Dann holt er eine Verlängerungsschnur und schließt uns an die Site 2 an. Der Platz ist für Zeltler vorgesehen und nicht besetzt. Nun haben wir Strom und alles funktioniert. Den Abend verbringen wir gemütlich und ich suche einen Platz für morgen aus. Der Verkehr auf der 101 lässt am Abend nach, so dass wir gut schlafen können.

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