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23. Juni – durch den Rocky Mountain NP

Wir stehen heute um 6:30 Uhr auf. Es ist lausig kalt, aber als Entschädigung gibt es einen wolkenlosen Himmel. Unsere vierbeinigen Nachbarn (Rehe) sind bereits beim Frühstück. Was für ein Luxus, jeden Tag in der Gesellschaft von Tieren zu sein. Uns fällt der Abschied von diesem schönen Plätzchen richtig schwer.

Gegen 9 Uhr machen wir uns auf die letzte längere Fahrstrecke. Diese wird noch einmal ein Highlight werden. Zuerst fahren wir auf dem Hwy 36 und biegen anschließend auf die Trail Ridge Road ab. Es geht nun stetig bergauf. Zuerst fahren wir durch viel Wald, bis er immer mehr zurück bleibt.

Der erste Stopp ist an dem Many Parks Curve Overlook. Wir können Monti hinter der Kurve auf einem Parkplatz abstellen. Ein kurzes Stück laufen wir zurück. Nun haben wir einen herrlichen Blick in das Tal. Tief unten sehen wir unseren Campingplatz, wo man schon die ersten “Räuchermännchen” ausmachen kann. Dann geht es weiter bis zur Rainbow Kurve. Hier sieht man auf die andere Seite der Berge weit hinab ins Tal.

Nun wird der Wald von der Tundra abgelöst. Am Forest Canyon Overlook hat man einen herrlichen Blick auf die alpine Bergwelt. Wir laufen den kurzen Weg bis zum Aussichtspunkt und sind froh, unsere Jacken mitgenommen zu haben, denn es ist ganz schön kalt, obwohl die Sonne von einem herrlich blauen Himmel lacht. Dann sehen wir direkt neben dem Weg ein Murmeltier, das sich gar nicht um die „dummen Touristen“ schert.

Der nächste Halt ist an den Lava Cliffs, hier ist fast der höchste Punkt. Links ist ein dickes Schneefeld neben einer steil abfallenden Felswand zu sehen. Der Blick geht tief hinunter ins Tal. Hier sind wieder zwei Murmeltiere zu sehen. Wir haben hier eine Höhe von 3.713 m erreicht und die Luft ist recht dünn.

Dann geht es leicht bergab zum Visitor Center. Wir bekommen einen schönen Platz für Monti und schauen uns um. Im VC hat man einen wunderbaren Blick durch Panoramascheiben hinab ins Tal. Auf einer Wiese sehen wir eine ganze Herde Rehe. Wir kaufen noch einige Dinge für unsere Kinder und ein kleines Glas Marmelade aus einheimischen Früchten für unsere Nachbarin, die während unseres Urlaubs die Wohnung “hütet”. Dieses Glas wird uns noch einige Sorgen bereiten.

Da wir nun den Pass erreicht haben, geht es jetzt in Serpentinen hinab ins Tal. Der Weg führt durch eine wunderschöne Bergwelt. An einem Aussichtspunkt machen wir noch einen kurzen Stopp. Dann wird noch einige Male angehalten, da jedes Mal viele Fotografen am Wegesrand stehen. Wir sehen mehrere Elche und Cariboos. Das nächste Ziel ist die Holzwarth Historic Site.

Der Weg ist über die 0,6 Meilen sehr gut ausgebaut. Dabei geht es über den Colorado River, der hier noch ein recht kleiner Fluss ist. Eine junge Rangerin führt uns dann durch das Haus “mama”. Wir sehen, wie früher hier gewohnt wurde. Der Hausrat ist sehr interessant,  manches kenne ich noch aus meiner Kindheit. Dann kommt eine ältere Rangerin und zeigt uns weitere Gebäude. Dann dürfen wir noch den “historischen” Büffelmantel anziehen. Wir verkleiden uns und haben viel Spaß. Wir bedanken und verabschieden uns von der netten Rangerin. Auf dem Rückweg überholt uns die junge Rangerin mit einem Golfcar und lädt uns ein, mit zu fahren. Das lehnen wir natürlich nicht ab und kommen so recht schnell zu Monti zurück.

Nun geht die Fahrt weiter und wir verlassen den schönen Nationalpark. Wir fahren vorbei am Great Lake und machen anschließend auf einem Parkplatz am Ufer des Granby Lakes ein Pause. Nach einem kleinen Imbiss geht es weiter durch ein großes Wintersportgebiet. Dann müssen wir wieder einen Pass von 3.600 m Höhe überwinden. Die Landschaft ist wunderschön.

In Serpentinen führt die Straße bergab. Dann erreichen wir die I-70, die uns weiterhin  durch eine tolle Bergwelt führt. In unserer Fahrtrichtung geht es auf drei Spuren recht hektisch bergauf und bergab. Plötzlich hören wir hinter uns jede Menge Polizeisirenen. Wir fahren auf der rechten Spur hinter einem Lkw her, zum Glück mit einem größeren Abstand, und sind bereits dabei rechts auf die Standspur zu fahren. Plötzlich kommt von der dritten Spur ein rotes Auto quer vor uns über die Fahrbahn und fährt auf der Standspur an dem LKW rechts vorbei.

Vier Polizeiautos verfolgen diesen Wagen. Es ist wie im Krimi. Da sich der Verkehr jetzt staut, nutzen wir die nächste Gelegenheit zur Abfahrt. Wir müssen sowieso Monti wieder füttern und hoffen, dass sich der Stau dann aufgelöst hat. Wir finden in Idaho Springs eine Tankstelle, die etwas eng ist. Mitten zwischen den beiden Zapfsäulen steht ein PKW und wir müssen warten. Die Insassen des PKW, vier junge Menschen asiatischer Herkunft tanken aber nicht. Einer putzt in aller Ruhe sein Auto, einer isst ein Eis und die restlichen beiden schauen sich im Shop um.

Nach einer Weile gehe ich zu Ihnen und bitte sie doch etwas nach vorn zu fahren. Das tun sie dann auch und wir können zur Zapfsäule. Man staunt immer wieder, wie gedankenlos doch manche Menschen agieren. Während das Benzin läuft, ertönt wieder lautes Polzeigeheul und das rote Auto rast an der Tankstelle vorbei, mit zwei Polizeiautos im Schlepptau. Was für eine Aktion!

Nun ist Montis Bauch gefüllt und wir fahren zurück zur Autobahn. Weiter geht es in Richtung Denver. Der Stau ist vorbei und wir kommen gut voran. Wir biegen dann auf den Hwy 470 in Richtung Süden ab. Hier kommen wir nur langsam voran, der Feierabendverkehr hat eingesetzt. Inzwischen ist der Himmel mit dicken Wolken bezogen, Das Gewitter und der Regen kommen heute recht spät.

Endlich erreichen wir unseren letzten Campingplatz auf unserer Rundreise. Die Rezeption ist nicht mehr besetzt und wir suchen unseren reservierten Platz. Hier steht unser Name und wir parken ein. Von hier haben wir einen sehr schönen Blick auf den See. Die Straße ist nur leise in der Ferne zu hören. Ansonsten ist es hier sehr ruhig, nur die Vögel zwitschern lustig vor sich hin. Das Gewitter hat uns dieses Mal verschont und der Abend klingt nach einem sehr schönen Tag entspannt aus.

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