22. Juni – Rocky Mountain NP

Heute Morgen schlafen wir bis halb acht. Leider ist der Himmel bewölkt. Gefrühstückt wird in aller Ruhe. Die Rehe haben die gleiche Idee und dann kommt ein kapitaler Hirsch hinter Monti hervor. Er grast nur etwa 10m von uns entfernt. Wir beobachten ihn eine Weile.

Anschließend machen wir uns für unseren Wandertag fertig. Inzwischen ist die Wolkendecke verschwunden und die Sonne scheint von einem herrlich blauen Himmel. An der Rezeption bekommen wir vom Ranger eine Übersichtskarte von der Bear Lake Region. Der Shuttle fährt alle 15 Minuten und wir begeben uns zur Haltestelle. Nach einigen Minuten kommt er und wir sind die ersten Fahrgäste. Zuerst geht es noch weiter ins Tal und wir sehen auf einer großen Wiese sehr viele Cariboos und Deers. Auf dem Rückweg hält der Shuttle nochmals an unserem Campingplatz und ein deutsches Ehepaar steigt zu. Wir kommen recht schnell ins Gespräch und es stellt sich heraus, dass es Stephan aus dem Forum ist. Sie sind mit ihrem eigenen Wohnmobil bereits seit Ende März vom Osten der USA her unterwegs und haben noch ein Visum bis Ende des Jahres.

Zwischendurch müssen wir noch einmal umsteigen in den Bear Lake Shuttle. Hier ist ein großer Parkplatz und wir kommen erst mit dem zweiten Bus mit. Alles ist aber sehr gut organisiert. Am Bear Lake angekommen trennen wir uns von Stephan und Maggie, verabreden uns aber für den Abend.

Wir wollen zu dem Nymph Lake. Die Wanderwege sind sehr gut ausgeschildert und ausgebaut. So machen wir uns auf den Weg in die Höhe. Es geht meist durch den Wald. Leider sind bereits wieder Wolken aufgezogen, das geht hier in den Bergen sehr schnell. Ab und zu hat man einen schönen Blick auf die Berge. Am Nymph Lake machen wir einen kurzen Fotostopp, bevor es weiter geht zum Dream Lake.

Links und rechts des Weges kommen Schneefelder in Sicht, die mit zunehmender Höhe größer werden. Kurz vor dem See fließt ein Bach in Kaskaden ins Tal. Dann erreichen wir die Brücke über diesen kleinen, wilden Fluss. Nun liegt auf dem Weg bereits Schnee, der sehr weich ist und das Vorwärtskommen wird immer mühsamer.

Der Weg führt jetzt einen Abhang hinab, wo zwei Bretter als Brücke über den Fluss führen. An beiden Seiten liegt Schnee und es schwierig ohne rutschen hinab zu kommen, vor allem nicht ins Wasser zu fallen. Wir haben zum Glück gutes, festes Schuhwerk an. Einige Wanderer haben zum Teil nur Flip Flop Sandalen an und brauchen viel Hilfe, um diese Stelle zu überwinden. Hier oben ist es auch ziemlich kalt, aber viele, zum Teil auch kleine Kinder sind in den luftigsten Kleidern unterwegs.

Nun erreichen wir den See, leider ist es stark bewölkt und die Lichtverhältnisse sind nicht so gut. Wir sehen einen sehr schönen Diademhäher, der sich nur mit Mühe auf einem Foto einfangen lässt. Da der weitere Weg noch voller Schnee liegt, kehren wir wieder um und laufen den Weg zurück. Norbert muss noch einer Frau und ihrem Sohn über die behelfsmäßige (zwei Bretter) Brücke helfen. Sie hat ganz leichte Sommerschuhe an und ist nur am Rutschen. Ihrem etwa achtjährigem Sohn geht es ähnlich. Sie haben beide Mühe, nicht in das kalte Wasser zu fallen. Schließlich haben wir diese Stelle überwunden und wir können wieder normal wandern. Da es bergab geht, kommen wir schnell voran.

Am Nymph Lake bettelt uns ein Squirrel an. Leider haben wir nichts dabei und dürfen ja auch nichts geben. Es fängt leicht an zu regnen. Auf dem weiteren Weg sehen wir im Wald noch ein Cariboo. Als wir am Bear Lake ankommen, lässt sich schon wieder die Sonne blicken. Nach diesem Fotostop gehen wir zum Shuttle und fahren zurück zum Campingplatz.

Irgendwie bin ich ganz schön geschafft, vielleicht auch durch die Höhe. Gegen drei Uhr sind wir zurück am Campground. Auf dem Weg zu Monti sehen wir noch den Hirsch mit seinen Damen gemütlich neben dem Weg liegen. Für den Rest des Nachmittags ist Ausruhen angesagt. Die Fahrt nach Estes schenken wir uns, dort ist es viel zu laut und hektisch. Nach dem Abendbrot drehen wir noch eine Runde und schauen in das Tal und auf die gegenüberliegenden Berge. Es ist eins faszinierende Landschaft.

Dann gehen wir zu Maggi und Stephan, die sich sehr freuen. Sie zeigen uns ihr hübsches Wohnmobil und anschließend sitzen wir am Lagerfeuer. Wir haben uns sehr viel zu erzählen. Leider vergeht der Abend viel zu schnell. Mit einer Taschenlampe suchen wir anschließend unser Wohnmobil auf. Auf dem Campground ist keine elektrische Beleuchtung, nur in den Sanitäranlagen. Wie gut es doch ist, wenn man im Frühling verreist, wenn die Tage am längsten sind. Ein sehr schöner Tag geht wieder zu ende. 

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