Wo Vergangenheit lebendig wird: Three Valley Gap Ghost Town

Auf unserer Fahrt entlang des Trans‑Canada‑Highways haben wir einen Ort entdeckt, der uns sofort verzaubert hat: Three Valley Gap Ghost Town, nur wenige Kilometer westlich von Revelstoke. Direkt am türkisfarbenen Three Valley Lake gelegen, wirkt dieses kleine Freilichtmuseum wie ein Fenster in die Vergangenheit – liebevoll gestaltet, detailreich und überraschend groß.

Schon beim Betreten der Anlage fühlt man sich wie in eine andere Zeit versetzt. Über 25 historische Gebäude wurden hier zusammengetragen und originalgetreu wieder aufgebaut: ein alter Saloon, eine Schule, ein Sheriff’s Office, Werkstätten, eine Kirche und viele kleine Läden, die das Leben der Pionierzeit greifbar machen. Besonders beeindruckt hat uns das Roundhouse, eine riesige Eisenbahnhalle mit alten Lokomotiven und Waggons, die man aus nächster Nähe bestaunen kann.

Was viele Besucher gar nicht wissen: Three Valley Gap Ghost Town wurde in den 1960er‑Jahren von Gordon Bell gegründet, einem Hotelier und leidenschaftlichen Sammler. Er rettete historische Gebäude aus ganz British Columbia, die sonst abgerissen worden wären, und gab ihnen hier ein neues Zuhause. An dieser Stelle gab es früher keine echte Siedlung, sondern nur Arbeitercamps entlang der Canadian Pacific Railway. Die Ghost Town ist also kein ursprüngliches Dorf, sondern ein Freilichtmuseum, das echte Gebäude aus verschiedenen Orten zusammenführt – und genau dadurch wirkt sie so authentisch und lebendig.

Zwischen den Holzhäusern, den alten Wagen und den vielen kleinen Details entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig ruhig, nostalgisch und sehr lebendig wirkt. Man spürt, wie viel Herzblut in diesem Ort steckt. Für uns war es ein wunderbarer Zwischenstopp – perfekt, um die Beine zu vertreten, Fotos zu machen und ein Stück Geschichte zu erleben. Three Valley Gap ist kein „echtes“ verlassenes Dorf, sondern ein sorgfältig aufgebautes Museum. Aber gerade das macht den Charme aus: Es ist sauber, gepflegt, übersichtlich und voller kleiner Überraschungen. Ein Ort, an dem man gern ein bisschen länger bleibt, als man eigentlich geplant hatte. Für alle, die auf dem Highway 1 unterwegs sind, können wir diesen Stopp nur empfehlen. Ein kleines Highlight auf unserer Reise durch British Columbia.

Direkt neben der Ghost Town liegt das Three Valley Lake Chateau, ein markantes Hotel mit roten Dächern, das sich malerisch an den türkisfarbenen See schmiegt. Das Gebäude wirkt wie eine Mischung aus historischem Lodge‑Charme und klassischem Resortstil – ein Ort, der sofort ins Auge fällt, wenn man am Highway 1 vorbeifährt.

Viele Reisende nutzen das Hotel als ruhigen Zwischenstopp zwischen Revelstoke und Sicamous. Die Lage ist außergewöhnlich: Vorne der See, hinten die steilen Felswände mit Wasserfällen, und dazwischen ein Gebäude, das fast wie ein Teil der Ghost Town wirkt. Besonders schön ist der Blick am Morgen, wenn das Licht über den See fällt und die Berge sich im Wasser spiegeln.

Für Besucher der Ghost Town ist das Hotel ein praktischer und stimmungsvoller Ausgangspunkt – alles liegt nur wenige Schritte auseinander, und man hat das Gefühl, mitten in einer kleinen historischen Welt zu übernachten.

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