Peterskirche Görlitz – St. Peter und Paul, ein Wahrzeichen der Stadt

Die Peterskirche gehört zu den eindrucksvollsten Wahrzeichen von Görlitz. Mit ihren beiden hoch aufragenden Türmen prägt sie die Silhouette der historischen Altstadt und ist schon von Weitem zu erkennen. Besonders schön zeigt sich die mächtige gotische Kirche vom Ufer der Neiße aus, wo sich ihre markante Gestalt im Wasser spiegelt.

Für uns ist die Peterskirche allerdings weit mehr als ein sehenswertes Bauwerk. Wir haben sie im Laufe der Jahre mehrfach besucht und dabei immer wieder neue Eindrücke gesammelt. Besonders gern erinnern wir uns an die Vorstellungen der berühmten Sonnenorgel, die wir mehrmals erleben durften. Auch die Krypta haben wir besichtigt. So verbindet sich mit der Kirche nicht nur ihre beeindruckende Architektur, sondern auch die Erinnerung an besondere Momente in Görlitz.

Wer die Peterskirche besucht, entdeckt einen Ort, an dem sich Geschichte, Kunst und Musik auf einzigartige Weise begegnen. Es lohnt sich, nicht nur die beiden markanten Türme von außen zu bewundern, sondern auch das Innere der Kirche in Ruhe auf sich wirken zu lassen.

Die Peterskirche, deren vollständiger Name St. Peter und Paul lautet, blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Hoch über der Neiße gelegen, prägt sie seit Jahrhunderten das Stadtbild von Görlitz. Ihre heutige Gestalt ist vor allem von der spätgotischen Architektur geprägt, die im Mittelalter entstand und den besonderen Charakter der Kirche bis heute bestimmt.

Ein interessantes Kapitel ihrer Geschichte führt in die Zeit vor der Reformation. Im Jahr 1508/1509 hielt sich der Dominikanermönch Johann Tetzel in Görlitz auf und predigte den Ablass. Damals glaubten viele Menschen, durch Ablassbriefe die zeitlichen Sündenstrafen für sich oder Verstorbene vermindern zu können. Die Praxis, Ablässe gegen Geld anzubieten, stieß jedoch zunehmend auf Kritik und wurde zu einem wichtigen Streitpunkt der kirchlichen Geschichte.

Auch die Görlitzer Peterskirche wird mit Tetzel in Verbindung gebracht. In ihr befindet sich eine eisenbeschlagene Truhe, die als Tetzelkasten bezeichnet wird. Der Überlieferung nach soll sie zur Aufbewahrung der eingesammelten Ablassgelder gedient haben. Ob die Truhe tatsächlich von Tetzel selbst verwendet wurde, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit sagen. Dennoch erinnert sie an eine Zeit, in der die Auseinandersetzung um den Ablass die Kirche in Europa tiefgreifend veränderte.

Die eisenbeschlagene Truhe wird als Tetzelkasten bezeichnet und der Überlieferung nach mit Johann Tetzel und dem Ablasshandel in Verbindung gebracht. Die beiden kunstvollen Altaraufbauten zeigen weitere Details der reichhaltigen Ausstattung der Peterskirche.

Schon von Weitem fallen die beiden hohen Türme der Peterskirche ins Auge. Sie prägen die Silhouette von Görlitz und machen die Kirche zu einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Doch die markanten Turmspitzen sind jünger, als man zunächst vermuten könnte: Ihre neugotischen Aufbauten entstanden erst zwischen 1889 und 1891. Der ältere Westbau, auf dem sie ruhen, stammt dagegen aus dem frühen 13. Jahrhundert.

Der heutige Kirchenbau entstand im Wesentlichen zwischen 1423 und 1497. Die mächtige, fünfschiffige Hallenkirche beeindruckt durch ihre Größe und ihre spätgotische Architektur. Sie ist rund 72 Meter lang und 39 Meter breit. Hohe Fenster, Spitzbögen und kunstvolle Gewölbe prägen das Bauwerk und verleihen ihm seine eindrucksvolle Wirkung.

Besonders sehenswert ist das Westportal, das sogenannte Brautportal. Es gehört zum älteren, spätromanischen Teil der Kirche und wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Mit seinen gestaffelten Bögen bildet es einen reizvollen Kontrast zur später entstandenen gotischen Halle.

Die Peterskirche steht auf dem ehemaligen Burgberg hoch über der Neiße. Ihre Lage macht sie nicht nur zu einem herausragenden Bauwerk, sondern auch zu einem weithin sichtbaren Orientierungspunkt in der Stadt. Wer sich ihr durch die engen Gassen der Altstadt nähert, entdeckt immer wieder neue Perspektiven auf die mächtigen Türme und die historischen Fassaden.

Die Peterskirche beeindruckt nicht nur von außen. Im Inneren führen mächtige Pfeiler und spitz zulaufende Gewölbe den Blick nach oben. Das hohe Kirchenschiff und der prachtvolle Hochaltar vermitteln einen Eindruck von der Größe und der besonderen Atmosphäre dieses Gotteshauses.

Ein ganz besonderer Schatz der Peterskirche ist die berühmte Sonnenorgel. Sie gehört zu den bekanntesten Orgeln Deutschlands und zieht Musikliebhaber aus nah und fern nach Görlitz. Schon ihr prachtvoller Prospekt ist ein Blickfang: 17 sogenannte Sonnen mit goldenen Sonnengesichtern und strahlenförmig angeordneten Orgelpfeifen verleihen ihr ihren unverwechselbaren Namen.

Die ursprüngliche Orgel wurde von dem italienischstämmigen Orgelbauer Eugenio Casparini geschaffen und im Jahr 1703 fertiggestellt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Instrument mehrfach umgebaut und schließlich durch eine neue Orgel ersetzt. Das historische Gehäuse mit seinem eindrucksvollen Prospekt blieb jedoch erhalten. Die heutige Sonnenorgel wurde von der Schweizer Orgelbaufirma Mathis errichtet und 1997 eingeweiht. In den folgenden Jahren wurde sie weiter ausgebaut und um zusätzliche Register ergänzt.

Die Sonnenorgel ist nicht nur wegen ihres außergewöhnlichen Aussehens bemerkenswert. Ihre vielfältigen Klangmöglichkeiten machen sie zu einem besonderen Instrument, das sowohl festliche als auch leise, fein nuancierte Musik erklingen lassen kann. Bei den Orgelvorstellungen wird die Musik häufig mit Erläuterungen zur Orgel und ihrer Geschichte verbunden. So erfahren die Besucher nicht nur etwas über das Instrument, sondern können seine unterschiedlichen Klangfarben unmittelbar erleben.

Auch wir haben im Laufe der Jahre mehrmals Orgelvorstellungen in der Peterskirche besucht. Diese Besuche gehören zu unseren besonderen Erinnerungen an Görlitz. Die Verbindung aus dem weiten Kirchenraum, der prachtvollen Orgel und der Musik macht den Besuch zu einem Erlebnis, das über eine gewöhnliche Besichtigung weit hinausgeht.

Die Peterskirche überrascht auch im Inneren mit einer reichen künstlerischen Ausstattung. Die prachtvolle Kanzel mit ihren goldenen Verzierungen, die farbenfrohen Glasfenster und die kunstvoll gestalteten Altäre bilden reizvolle Blickpunkte im hohen Kirchenraum. Bei jedem Besuch lassen sich neue Einzelheiten entdecken, die von der langen Geschichte und der besonderen Gestaltung dieses Gotteshauses erzählen.

Eine besonders bewegende Geschichte erfuhren wir bei einer Führung durch die Kirche. Als am 7. Mai 1945 die nahe gelegene Altstadtbrücke über die Neiße gesprengt wurde, zerstörte die Druckwelle fast alle Glasfenster der Peterskirche. Nur ein einziges Fenster blieb erhalten. Auch Teile des Daches und das steinerne Maßwerk wurden beschädigt. Das erhalten gebliebene Fenster erinnert bis heute an die dramatischen letzten Kriegstage in Görlitz.

Unterhalb der Peterskirche befindet sich die historische Krypta, die aus der Mitte des 15. Jahrhunderts stammt. Sie ist nicht nur ein besonderer Kirchenraum, sondern auch ein bedeutender Ort der Görlitzer Reformationsgeschichte. Am 30. April 1525 wurde hier erstmals das Abendmahl in beiderlei Gestalt, also mit Brot und Wein, gefeiert. Dieses Ereignis gilt als wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Reformation in Görlitz.

Heute wird die Krypta in den kälteren Monaten von November bis zur Osterzeit als Winterkirche genutzt. Außerdem finden hier Chorproben und Orgelunterricht statt. Eine Besonderheit ist, dass sie der einzige beheizbare Raum der evangelischen Innenstadtgemeinde in Görlitz ist. Für Wärme sorgt eine moderne Pelletheizung.

Zur Ausstattung gehört auch eine pneumatische Orgel aus dem Jahr 1949, die von A. Schuster & Sohn gebaut wurde und über 14 klingende Stimmen verfügt.

Bei unserem Besuch konnten wir die Krypta der Peterskirche aus nächster Nähe kennenlernen. Die steinernen Pfeiler, die hohen Gewölbe und der Altarraum verleihen ihr eine ganz eigene Atmosphäre. Es war interessant, neben dem großen Kirchenraum auch diesen geschichtsträchtigen Teil der Peterskirche zu entdecken.

Die Peterskirche ist für uns weit mehr als ein beeindruckendes Bauwerk in der Görlitzer Altstadt. Wir haben sie im Laufe der Jahre mehrfach besucht und dabei immer wieder neue Eindrücke gewonnen. Besonders die Vorstellungen auf der berühmten Sonnenorgel sind uns in schöner Erinnerung geblieben. Auch die Besichtigung der Krypta hat unseren Blick auf dieses geschichtsträchtige Gotteshaus erweitert.

Ob von außen mit ihren markanten Türmen, im hohen Kirchenraum mit seiner kunstvollen Ausstattung oder beim Lauschen der Orgelmusik – die Peterskirche zeigt sich immer wieder von einer anderen Seite. Sie verbindet die lange Geschichte von Görlitz mit Kunst, Musik und lebendiger kirchlicher Tradition.

Wer Görlitz besucht, sollte sich deshalb Zeit für diese besondere Kirche nehmen. Es lohnt sich, nicht nur ihre eindrucksvolle Silhouette zu bewundern, sondern auch das Innere in Ruhe zu entdecken und die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.

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