12.03.2018 – Besichtigung Chicago

Wir schlafen wider Erwarten bis gegen 7 Uhr. Gegen 8 Uhr gehen wir zum Frühstück, das im Preis inbegriffen ist. Für amerikanische Verhältnisse ist es recht umfangreich. Die Sitzmöglichkeiten sind sehr eng, aber zum Glück sind um diese Zeit nicht so viele Menschen frühstücken.

Nun müssen wir an der Rezeption erst auschecken und wieder einchecken. Alles ist etwas umständlich. Das ganze Hotel ist etwas in die Jahre gekommen. Für den Preis bekommt man in Deutschland wesentlich mehr Komfort. Das sollten wir dann auch am Ende unserer Reise bestätigt bekommen. Nun wollen wir uns aber Chicago ansehen. Das Wetter ist heute nicht so viel versprechend. Es ist trüb und recht kalt. Eigentlich wollen wir zur Amtrack Station und mit dem Zug in die Innenstadt fahren. Wir sind aber „zu dumm“ sie zu finden, vielleicht sind wir auch noch nicht „richtig angekommen“. Wir fragen beim nahegelegenen Mac Donalds, aber die wissen es auch nicht. Also gehen wir zurück zum Hotel und leisten uns ein Taxi. Es ist zwar recht teuer (50 $), aber es bringt uns direkt zum Willis Tower. Mit dem gebürtigen Jordanier haben wir eine nette Unterhaltung.

Wir gehen gleich zum Eingang des Towers und kaufen für 24 $ pro Person die Karten für den Turm. Durch mehrere Gänge geht es zum Fahrstuhl. Da heute nicht so viel los ist, können wir gleich mit dem ersten Fahrstuhl nach oben fahren. Mit uns fährt noch eine Männertruppe nach oben. Wie sich herausstellt, kommen sie aus Österreich und übernehmen ebenfalls morgen bei Road Bear. Sie fahren aber mit einem Mietauto nach Middlebury und haben dann zwei Wochen Zeit, um nach Las Vegas zu fahren.

Wir erreichen die Plattform und haben einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den Michigan Lake. Das andere Ufer sieht man heute leider nicht. Die Skyline ist beeindruckend. Ab und zu zeigen sich mal einzelne Sonnenstrahlen. Wir nehmen uns Zeit für die Runde und schauen auf das tolle Panorama. Dann geht es wieder nach unten und wir müssen uns erst einmal orientieren in welche Richtung es zum Wasser geht. In den Hochhausschluchten ist dies gar nicht so einfach. Ältere Hochhäuser mit schönen Verzierungen wechseln sich mit modernen Glaspalästen ab. Wir erreichen den See, an dessen Ufer sich ein schöner Park erstreckt. Inzwischen hat die Sonne den Kampf mit den Wolken gewonnen und alles erscheint in einem neuen Licht. Die Skyline sieht vor blauen Himmel beeindruckend aus. Wir laufen am See entlang und sehen die ersten kanadischen Wildgänse. Unterwegs begegnen wir einem älteren Mann, der uns anspricht. Als er merkt, dass wir Deutsche sind, beginnt er ein intensives Gespräch mit uns. Er freue sich, dass er mal wieder deutsch sprechen kann.

Wir laufen weiter und fragen an einer Ampel eine junge Frau nach der „Bohne“. Sie weiß es nicht, aber ihr großer Hund scheint mich sympathisch zu finden und versucht mich gleich zu umarmen. Ein junger Mann spricht uns dann an. Es ist ein deutscher Sportstudent und wir laufen mit ihm in Richtung Millennium Park. Dort finden wir auch die glänzende „Bohne“, in der sich die umliegenden Häuser spiegeln. Ich stelle mich darunter und mir wird richtig schwindelig bei den vielen Spiegelungen.

Dann laufen wir noch etwas durch die Stadt und schauen uns die Geschäfte an. Wir wollen mit der Blue Line wieder zurück zum Flughafen fahren. Es ist aber gar nicht so einfach, eine Station zu finden. Eine Frau beschreibt uns dann sehr gut den Weg. Am Fahrkartenautomat ziehen wir uns die Karten für je 3 $. Dann geht es in den Untergrund und bereits nach fünf Minuten kommt die Bahn. Wir wollen bis zum Flughafen fahren und dann mit dem Taxi zurück zum Hotel. Die Entfernungen sind hier ganz schön groß. Es sind 19 Stationen bis zum Ziel. Am Flughafen müssen wir erst einmal sehen, von wo die Taxen fahren. Schließlich finden wir ein Taxi und ein Mexikaner bringt uns für 15 $ zum Hotel zurück.

Es ist bereits 16:30 Uhr und wir müssen noch den Check in bei Road Bear machen. In der Lobby des Hotels ist ein Aufsteller von Road Bear. Dieser sagt uns, dass das Büro in Zimmer 200 zu finden ist.

Wir holen unsere Unterlagen und gehen zu dem Büro. Wir sind im Moment die Einzigen. Ein Herr Zinn oder Zink, der eigentlich in Denver seinen Sitz hat, ist für die Verträge zuständig. Er erzählt uns, dass er aus Ostberlin kommt und seit 1986 in den USA  lebt. Er weiß auch genau, wo wir in Berlin wohnen. Seine Art ist höflich und korrekt, aber sehr unpersönlich. Die einzige Gefühlsregung, die er zeigt, ist ein Lächeln als er uns sagt, dass wir das kleinste Wohnmobil in der Vermietung bekommen und Norbert sich erst einmal voll ärgert. Ich bin ebenfalls sehr enttäuscht. Wir hatten beim Online Check in den Wunsch geäußert, ein großes Wohnmobil zu überführen. Da ich Arthrose in beiden Knien habe und erst ein halbes Jahr zuvor eine Knieoperation hatte, haben wir den Wunsch geäußert.

Bei der Angabe des Wunsches haben wir allerdings meine Krankheitsgeschichte nicht erwähnt. Unsere Enttäuschung ist natürlich erst einmal sehr groß, aber eine Reklamation war ja leider nicht möglich. Wir unterzeichneten die Unterlagen und begeben uns auf unser Zimmer. Der für uns „schlimmste“ Fall war eingetreten. Wir konnten nicht nachvollziehen, dass bei einer so großen Flotte, die nach Las Vegas überführt werden sollte, nicht die Möglichkeit bestand, wenigstens ein etwas größeres zu bekommen. Andere Überführer, die ein kleines Wohnmobil wollten, haben meist große bekommen.

Es hilft nichts, wir müssen uns jetzt damit arrangieren. Da wir keine Lust haben, ein Restaurant aufzusuchen, holt Norbert von Mac Donalds etwas zu essen. Nun holt uns der Jetlag ein und wir gehen zeitig schlafen, der Wecker wird auf 5 Uhr gestellt, da es bereits um 7 Uhr mit dem Shuttle nach Middlebury geht.

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