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9. Juni – Moraine Lake – Abraham Lake 

Heute haben wir einen langen und interessanten Tag vor uns. Deshalb stehen wir um 7:00 Uhr auf. Hoffnungsvoll schauen wir zum Himmel, alles grau in grau. Wir frühstücken wieder im Wohnmobil, draußen ist es doch etwas kalt.

Gegen 9:00 Uhr ist Abfahrt und siehe da, die Sonne blinzelt schon hinter den Wolken. Wir fahren zuerst auf den Highway 1. Von hier hat man eine schöne Sicht auf die Berge, die zum Teil von Nebelfetzten umgeben sind. Man kann schon blauen Himmel sehen.

dagegen sind wir Minis

Dann biegen wir ab auf den alten Highway 1A, der landschaftlich richtig schön ist. Bald sehen wir einzelne Autos stehen. Da wir wissen, dass es da meist Tiere zu sehen gibt, halten wir an und sehen etwas weiter oben einen wunderschönen Hirsch mit seiner Gefährtin.

Auf der Weiterfahrt läuft uns wieder ein Schwarzbär über den Weg. Leider ist er für die Kamera etwas zu schnell. Unser erster Stopp ist heute der Johnston Canyon. Vom Parkplatz führt uns ein wunderschöner Wanderweg durch die Schlucht.

Wir laufen die 2,5 km zu dem Lower Fall. Das türkisfarbene Wasser stürzt hier durch einen Felsspalt. Dieser Trail kann noch bis zu den oberen Wasserfällen (2 km) und zu den Inkpots (türkisfarbene Quellen nochmal 6 km) ausgedehnt werden. Da uns die Zeit hierzu fehlt, gehen wir den gleichen Weg zurück. Unterwegs sehen wir noch possierliches Streifenhörnchen, das sehnsuchtsvoll auf einen Apfel schaut, den eine Frau vor dessen Augen ist. Sie gibt ihm aber nichts ab und wir bedauern sehr, dass wir nichts dabei haben.  

Nun geht es weiter in Richtung Lake Louise. Unterwegs machen wir kleinere Stopps, um die phantastische Bergwelt zu fotografieren und zu filmen. Einige hundert Meter vor uns stoppt ein Auto und wir sehen etwas über die Straße laufen. Beim Näherkommen merken wird, dass es kein Hund ist, sondern ein Wolf. Er läuft dann eine Weile auf der gegenüberliegenden Wiese neben der Straße her. Wir sind begeistert, so viele schöne Tiere in so kurzer Zeit gesehen zu haben.

Der Highway 1A endet in Lake Louise. Bevor wir aber zu dem See fahren, wollen wir uns noch den Moraine Lake ansehen. Dieser liegt auf einer Höhe von 1.884 m und die Straße war im Mai vor sechs Jahren wegen Schnee noch nicht zu befahren. Ich freue mich besonders darauf, da ich schon tolle Bilder gesehen habe.

Der Weg führt in eine unwahrscheinlich schöne Bergwelt. Von weitem sieht man schon die Ten Peaks. Wir erreichen den Parkplatz und finden nur mit Mühe einen Stellplatz für unser Wohnmobil. Dann laufen wir zum See und kommen aus dem Staunen über so viel Schönheit nicht wieder heraus. Das türkisfarbene Wasser, die weißen Berge und der blaue Himmel bieten einen wunderbaren Anblick. Ich habe meinen absoluten Lieblingssee gefunden. Nur schweren Herzens trennen wir uns und fahren noch einmal zum Lake Louise hinab. Dieses Mal sehen wir kaum noch Eis. Auch dieser See ist nur zu genießen.

Nun füllen wir noch unseren Tank, denn auf dem Icefield Parkway ist nur eine Tankstelle. Dabei halten wir wieder einen kleinen Plausch mit einem älteren Ehepaar aus Massachusetts. Nun fahren wir erst auf den Highway 1 und biegen dann ab zum Icefields Parkway. Diese landschaftlich wunderschöne Straße durch die Rocky Mountains ist 230 km lang. Die erste Hälfte von Lake Louise aus, wird von mehreren Seen geprägt.

Unser erster Stopp ist am smaragdgrünen Herbert Lake. Wir machen am Ufer ein kleines Picknick. Dann wartet schon der wunderschöne blaue Hector Lake auf uns. Hier lernen wir ein Ehepaar aus Luzern kennen, die ebenfalls aus dem Staunen über so viel Schönheit nicht herauskommen. Dabei ist die Heimat der Beiden landschaftlich auch wunderschön. Dann geht die Fahrt weiter zum Bow Lake. 

Dieser See ist noch mit Eis bedeckt. Hier spricht mich ein Kanadier an und sagt mir, dass wir uns unbedingt den Peyto Lake ansehen sollen. Nur wenige Kilometer weiter, kurz hinter dem Bow Summit (mit 2.069 m der höchste Punkt des Parkway), kommt bereits der Hinweis auf den Parkplatz. Die direkte Zufahrt den Berg hinauf ist gesperrt. Also stellen wir unser Wohnmobil auf den Parkplatz und machen uns zu Fuß auf den Weg. Es geht ganz schön steil bergauf.

Zwischendurch schöpfen wir Luft und schauen uns die umliegende Bergwelt an. Links und rechts der Straße liegt noch tiefer Schnee. Dann führt ein schmaler Pfad durch den Wald, noch voller Schnee und relativ glatt. Wir kommen an einen Aussichtspunkt und vor uns liegt der wunderschöne blaue Peyto Lake im Tal. Wir haben einen weiten Blick über den Icefield Parkway und die noch vor uns liegenden Seen.

Man kann dieses Panorama nur genießen. Schweren Herzens müssen wir nun weiter. Der nächste See ist der Mistaya und der Waterfowl Lake. Beide liegen in ihrer ganzen Schönheit direkt an der Straße. Als wir vor sechs Jahren diese Strecke am 22. Mai gefahren sind, konnten wir die Seen nur erahnen. Sie waren um diese Zeit alle noch zugefroren. An allen Seen machen wir eine kurze Rast und genießen die schönen Ausblicke.

Die Weiterfahrt zeigt uns immer wieder neue Bergmassive und wunderschöne Landschaften. Für den Mistaya Canyon haben wir heute keine Zeit. Wir erreichen Saskatchewan Crossing (die Versorgungsstation) und biegen nach Osten ab in Richtung Nordegg. Am Abraham Lake liegt ein schöner Campingplatz, den ich im Vorfeld herausgesucht habe. Schon von weitem sehen wir Rauchschwaden. Ein Stück des Waldes brennt. Die Feuerwehr scheint diesen Brand aber unter Kontrolle zu haben. Die Fahrt führt uns jetzt durch eine wunderschöne, einsame Landschaft. Wir fahren ca. 43 km und uns kommt auf dem ganzen Weg ein Fahrzeug entgegen. 

Dann erreichen wir den Campingplatz. Es gibt hier eine richtige Versorgungsstation einschließlich Tankstelle. Man vermutet das gar nicht in dieser Einsamkeit. Wir haben schon von weitem gesehen, das der Abraham Lake kaum Wasser hat. Der Campingplatz liegt richtig schön im Wald und die Stellplätze haben sogar vollen Service. Bei einem Glas Wein lassen wir diesen herrlichen Tag mit den vielen Höhepunkten gemütlich ausklingen. Das Wetter hat uns heute richtig verwöhnt.  

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