Dicker Turm in Görlitz mit weißem Rundturm, dunkler Turmhaube und historischem

Der Marienplatz erstreckt sich zwischen dem ehemaligen Warenhaus und dem Dicken Turm. Bis 1852 trug er den Namen Taubenmarkt. Der Platz wird von einem der markantesten Bauwerke der Görlitzer Stadtbefestigung geprägt: dem Dicken Turm, der ursprünglich als Frauenturm bekannt war.

Seinen älteren Namen verdankt er dem Frauentor, das sich unmittelbar neben ihm befand und den südlichen Zugang zur Stadt bildete. Tor und Turm stellten die Verbindung zu einem außerhalb der Stadtmauern gelegenen Frauenkloster her. Die volkstümliche Bezeichnung „Dicker Turm“ verweist dagegen auf seine außergewöhnlich massiven Mauern, die im unteren Bereich bis zu 5,34 Meter stark sind.

Der etwa 46 Meter hohe Turm entstand um 1250 im Zuge einer Stadterweiterung. Im Jahr 1305 wurde er erstmals urkundlich als „Steinturm“ erwähnt. Gemeinsam mit dem Frauentor bildete er einen wichtigen Bestandteil der Görlitzer Stadtbefestigung.

Ursprünglich gehörte zu dem Turm eine aufwendige, dreifache Toranlage mit Brücke und Wassergraben. Im 19. Jahrhundert verschwanden diese Befestigungsanlagen im Zuge der städtischen Veränderungen. Die letzten Teile des Frauentors wurden abgetragen, und der Graben wurde zugeschüttet. Der Turm blieb erhalten und erinnert bis heute an die mittelalterliche Wehrhaftigkeit von Görlitz.

Ein besonderes Detail ist das steinerne Relief mit dem Görlitzer Stadtwappen. Es befand sich ursprünglich am äußeren Frauentor und wurde nach dessen Abbruch am Turm angebracht. Die lateinische Inschrift „Invia virtuti nulla est via“ bedeutet sinngemäß: Der Tapferkeit ist kein Weg ungangbar.

Heute ist der Dicke Turm nicht nur ein beliebtes Fotomotiv. Bei Führungen kann man ihn auch besteigen und von oben auf den Marienplatz und die Dächer der Stadt blicken. An der Westseite des Marienplatzes befindet sich das Naturkundemuseum, das mit seinen Sammlungen interessante Einblicke in die Natur und die Vielfalt der Region bietet.

Der Marienplatz verbindet die Görlitzer Innenstadt mit der historischen Altstadt. Wo früher der Taubenmarkt lag und die Stadtbefestigung den Zugang zur Stadt regelte, prägen heute Straßen, historische Gebäude und der mächtige Dicke Turm das Bild. Der Platz ist ein Ort, an dem sich die mittelalterliche Geschichte von Görlitz und das heutige Stadtleben begegnen.

Bei einem Spaziergang lohnt es sich, nicht nur den Dicken Turm zu betrachten, sondern auch den Blick über den Platz und auf die umliegenden Gebäude schweifen zu lassen. So entdeckt man neben dem bekannten Wahrzeichen weitere Spuren der wechselvollen Stadtgeschichte.

Elisabethplatz in Görlitz mit breiter Baumallee, historischen Bürgerhäusern und freier Platzfläche.

Der Elisabethplatz schließt sich östlich an den Marienplatz an und bildet eine Verbindung zwischen der historischen Altstadt und der Görlitzer Innenstadt. Obwohl er meist als Platz bezeichnet wird, handelt es sich eigentlich um eine breite, langgestreckte Straße mit einem begrünten Mittelstreifen. Die Elisabethstraße folgt dem Verlauf der früheren doppelten Stadtbefestigung, die im 19. Jahrhundert nach und nach abgetragen wurde.

Zwischen 1853 und 1855 erhielt das Gelände seine heutige Grundform als großzügige Promenade. Bereits 1862 wurde die Allee mit Bäumen bepflanzt. Die Klosterstraße teilt den Elisabethplatz in einen östlichen und einen westlichen Bereich.

Besonders prägend ist der Wochenmarkt, der hier seit dem 19. Jahrhundert stattfindet. Händler bieten frische Lebensmittel und regionale Erzeugnisse an und verleihen dem Platz eine lebendige Atmosphäre. So verbindet der Elisabethplatz bis heute seine historische Bedeutung mit dem alltäglichen Leben der Stadt.

Ein persönlicher Bezug gehört für uns ebenfalls zu diesem Teil von Görlitz: Auf dem Weg vom Elisabethplatz in Richtung Kloster und Schulkomplex werden Erinnerungen lebendig. Norbert ist hier zur Schule gegangen. So ist dieser Ort für uns nicht nur ein Stück Görlitzer Stadtgeschichte, sondern auch mit einem Stück seiner eigenen Lebensgeschichte verbunden.

Vom Elisabethplatz führt der Weg in Richtung Klosterplatz und zum ehemaligen Franziskanerkloster. Die historischen Gebäude erinnern an die lange Geschichte dieses Viertels. In unmittelbarer Nähe befindet sich auch der Schulkomplex, den Norbert in seiner Schulzeit besucht hat.

Für uns ist dieser Ort deshalb mehr als ein Stück Görlitzer Stadtgeschichte. Beim Anblick der Gebäude werden Erinnerungen an Norberts Schulzeit lebendig. Besonders der Zugang durch den Torbogen auf der Rückseite der Schule vermittelt einen Eindruck von diesem geschichtsträchtigen Ort.

Die Geschichte des Franziskanerklosters in Görlitz reicht bis ins Jahr 1234 zurück. Die Franziskanermönche errichteten ihre Klosteranlage mit Kirche zunächst außerhalb der damaligen Stadtgrenzen. Mit der Erweiterung der Stadt im 13. Jahrhundert lag das Kloster schließlich innerhalb des Stadtgebiets.

Die Klosteranlage war über Jahrhunderte ein bedeutender religiöser Ort. Doch mit der Reformation veränderte sich das Leben der Mönche. Im Jahr 1563 übergab der letzte Franziskaner, Urban von Weißbach, die Klostergebäude an die Stadt. Zwei Jahre später zog die evangelische Lateinschule in die ehemaligen Klosterräume ein. Damit begann die lange Tradition des Schulstandorts.

Im 19. Jahrhundert waren die alten Klostergebäude so baufällig geworden, dass man sich schließlich für einen Neubau entschied. Die früheren Klostergebäude und der Kreuzgang wurden abgetragen. An ihrer Stelle entstand das heutige Schulgebäude des Gymnasiums Augustum, dessen Grundstein 1854 gelegt wurde. 1856 wurde der Neubau eingeweiht.

Ein wichtiger Teil der früheren Klosteranlage ist jedoch erhalten geblieben: die ehemalige Klosterkirche, die heutige Dreifaltigkeitskirche am Obermarkt. Sie erinnert bis heute an die Franziskaner und an die lange Geschichte dieses Ortes.

Der Elisabethplatz ist mehr als eine breite Straße mit einer grünen Baumallee. Er erzählt von der Entwicklung Görlitz‘ im 19. Jahrhundert, als die alten Befestigungsanlagen verschwanden und neue Straßen und Plätze das Stadtbild prägten. Der Wochenmarkt bringt bis heute Leben auf den Platz, während die historischen Bürgerhäuser von vergangenen Zeiten berichten.

Auch das ehemalige Franziskanerkloster und der benachbarte Schulkomplex gehören zu diesem geschichtsträchtigen Viertel. Für Norbert ist dieser Ort mit persönlichen Erinnerungen verbunden, denn hier hat er seine Schulzeit verbracht. So begegnen sich am Elisabethplatz Stadtgeschichte und eigene Lebensgeschichte auf besondere Weise.

Wer sich Zeit für einen Spaziergang nimmt, entdeckt nicht nur schöne historische Gebäude, sondern auch die vielen Geschichten, die Görlitz bis heute lebendig machen.

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