9. Juni – Salt Lake City

Heute stehen wir erst gegen 8 Uhr auf. Inzwischen ist es ganz schön laut geworden. Die Vögel versuchen, den Straßenlärm zu übertönen. Wir frühstücken und machen uns dann fertig zum Stadttrip. Heute darf Monti sich mal ausruhen. Kurz vor zehn gehen wir die wenigen Schritte bis zur Rezeption. Davor wartet eine Deutsche auf ihren Mann, der nachfragt, wann der Shuttle fährt. Wir gesellen uns gleich dazu und kommen ins Gespräch. Sie sind das erste Mal mit einem Wohnmobil in den USA und kommen aus Hamburg.

Nun kommt der Shuttle, der uns kostenlos zum Tempelbezirk bringt. Die Beifahrerin fragt uns nach unserer Heimatsprache und ruft dann gleich dort an. Dann erklärt sie uns einiges in englischer Sprache und weist auf Sehenswürdigkeiten hin.

Am Tempelbezirk angekommen warten schon zwei junge Mädchen auf uns. Ein Mädchen ist aus der Schweiz und eines aus Samoa. Beide gehören dem Glauben der Mormonen an.  Sie sind hier für achtzehn Monate auf Missionierung. Beide führen uns durch den Tempelbezirk und erklären uns viel über die Mormonen. Es ist alles sehr interessant und wir stellen viele Fragen, wenn man schon mal die Möglichkeit hat. Anschließend unterhalten wir uns noch kurz mit dem Ehepaar aus Hamburg und verabreden uns für den Abend. Dann gehen wir getrennte Wege.

Wir sehen uns nun den Tempelbezirk von außen an. Alles ist sehr schön gestaltet mit viel Blumen und Springbrunnen. Anschließend laufen wir zu dem Einkaufscenter und suchen einen Fotoladen. Ich möchte gern noch einen Akku für meinen Fotoapparat haben. Das Center ist sehr schön gestaltet. Leider finden wir nur Geschäfte mit Kleidung, Schuhen usw.

Dann beschließen wir im Joseph Smith Memorial Building Mittag zu essen. Auf dem Weg dahin, kommen wir am Beehive House, dem Sitz des ersten Gouverneurs der Mormonen vorbei. Daneben ist gleich das Lion House, wo er seine Frauen und Kinder untergebracht hatte.

Bei unserer Führung haben wir erfahren, dass es bis 1890 bestimmten Mormonen erlaubt wurde, mehrere Frauen zu heiraten. Der Grund war, dass viele Männer durch den Kampf und die Verfolgung gestorben sind und die verwitweten Frauen und deren  Kinder dadurch keinen Ernährer mehr hatten. Heute soll das nicht mehr praktiziert werden, wer dies noch tut gehört nicht mehr der offiziellen mormonischen Kirche an. So jedenfalls die Aussage der jungen Schweizerin.

Nun geht es weiter zum Mittagessen. Wir stellen uns an. Die Sandwiches kann man sich selbst zusammenstellen. Mit je einer Cola dazu bezahlen wir 18$. Es schmeckt sehr gut. Anschließend schauen wir noch mal kurz in den Bankettsaal und die große Eingangshalle. Hier spielt eine ältere Dame Klavier. Alles sieht sehr gediegen aus.

Nun gehen wir noch einmal zum Einkaufscenter und fragen am Costumer Service nach einem Fotoladen. Sie zeigt uns auf einen Stadtplan, wo sich einer befindet. Dazu müssen wir aber drei Haltestellen mit der Straßenbahn fahren. Von da aus müssen wir noch um einige Ecken laufen. Es ist ziemlich heiß und man sieht wenig Menschen auf der Straße. Bald sehen wir einen unscheinbaren Flachbau mit einem Piktogramm von einem Fotoapparat.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir hier etwas bekommen. Über den Hof mit einem Parkplatz laufen wir zum Eingang. Vor uns öffnet sich nun ein großer Verkaufsraum mit vielen Regalen, alle mit Fotoartikeln ausgestattet. Das hätte ich nicht gedacht. Ein Verkäufer kommt gleich auf uns zu und wir erklären ihm unser Anliegen. Er geht zielstrebig zu einem Regal und reicht uns den passenden Akku. Wir vergleichen nochmal alle Daten und sind bald um 60$ ärmer. Ich hätte nicht gedacht, dass dies so reibungslos klappt.

Nun machen wir uns zufrieden auf den Rückweg. Wir laufen gleich zu der vorletzten Haltestelle. Der Weg ist aber doch ganz schön weit. Wir kommen an japanischen Autohändlern vorbei und schauen aus Interesse nach den Preisen. Ein normales Mittelklasseauto bekommt man neu für 24.000 $ und einen Pickup für 36.000 $.

Es ist richtig heiß geworden und als wir am Hotel “Little America”  vorbeilaufen, beschließen wir, uns eine kleine Auszeit auf der schönen schattigen Terrasse zu nehmen. Cola, Eis, ein Bier und Brötchen mit Butter und Marmelade kosten zusammen nur 13$. Wir fühlen uns hier richtig gut. Danach gehen wir zur Straßenbahnhaltestelle und beschließen gleich bis zum Campingplatz zu fahren. Pro Fahrt bezahlen wir 2,50 $. Mit der grünen Linie in Richtung Airport halten wir genau bei KOA.

Die Klimaanlage in der Bahn ist ganz schön kalt gestellt und man fröstelt richtig nach der Wärme. Gegen 4 Uhr am Nachmittag sind wir wieder zurück. Den Rest des Nachmittags ist Wäsche waschen angesagt. Nach dem Abendessen kommen die Hamburger vorbei und wir verbringen einen netten Abend. Gegen 22:30 Uhr gehen wir schlafen. Wir sehnen uns nun wieder nach der Natur und Ruhe.

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