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14. Juni – Fahrt nach Cody

Gegen 6 Uhr stehen wir heute bereits auf, denn wir haben einiges vor. Ein Blick aus dem Fenster zeigt uns einen Himmel mit vielen Wolken. Ab und zu sind kleine blaue Lücken zu erkennen. Es sind nur 8° C und auf den gegenüberliegenden Bergen hat es geschneit. Na, ob das was wird, wir wollen heute über den Chief Joseph Highway fahren?

Nach dem Frühstück dumpen wir erst noch einmal und fahren dann wieder Richtung Nationalpark. Am Eingang muss ich dieses Mal meinen Pass zeigen. Es geht nun steil bergauf nach Mammoth Hot Springs. Zuerst wollen wir uns heute die Terrassen ansehen. Der Parkplatz ist noch vollkommen leer und es sind nur wenige Touristen um diese Uhrzeit unterwegs. Es hängen dicke dunkle Wolken über den Bergen. Dann kommt mal kurz die Sonne hervor und taucht die weißen Felsen in ein unwirkliches Licht. Der Kontrast zu dem Himmel ist richtig schön. Nun kommt auch schon die erste Busladung mit Touristen und wir machen uns auf den Weg zurück zu Monti.

Wir wollen den Park in Richtung Nordosten verlassen. An den Undine Falls machen wir noch einmal einen kurzen Fotostopp. Dieser Wasserfall fällt in mehreren Kaskaden ins Tal. Nun geht die Fahrt weiter in Richtung Osten. Plötzlich sehen wir einen Menschenauflauf und viele stehende Autos. Langsam fahren wir heran und sehen etwas tiefer am Fluss zwei schöne Schwarzbären. Norbert hält etwas weiter und ich springe mit Fotoapparat und Kamera bewaffnet aus dem Auto.

Ich komme aber leider nicht weit, da pfeift mich ein Ranger zurück, wir sollen sofort weiter fahren. Nun bekomme ich leider kein Foto von einem Bären. Es sollte die einzige Chance bleiben. Wir sind enttäuscht und fahren weiter, aber die schöne und interessante Landschaft entschädigt uns dafür.

Bald sehen wir ein Paar an der Straße stehen und eifrig fotografieren. Als wir anhalten sehen wir einen Elch auf der Wiese grasen. Nachdem wir einige Fotos gemacht haben, reicht es dem Elch und er verschwindet wieder im Wald.

Der Weg führt uns nun bergauf und bergab durch Wiesen und Wald. Das Wetter ist sehr wechselhaft, mal kommen einige Tropfen, dann scheint wieder die Sonne. Wir fahren an kleinen Seen vorbei, aus denen der Nebel steigt. Es sieht richtig verwunschen aus. Ein Gabelbock liegt malerisch auf einer Wiese zwischen kleinen Gebüschen. Er wird natürlich auch aufs Foto gebannt. Als wir weiterfahren, müssen wir kurz stoppen, denn es springen weitere Gabelböcke über die Straße. Dann kommen große Büffelherden in Sicht, manchmal sind auch einzelne zu sehen. Ich hätte nicht gedacht, dass wir in diesem Urlaub so viele Büffel zu Gesicht bekommen.

Nun verlassen wir endgültig den Yellowstone NP und fahren durch einen schönen Ferienort, der bereits in Montana liegt. Hier ist langsam fahren angesagt. Bald wissen wir auch warum, denn noch innerhalb des Ortes springen vor uns zwei Rehe auf die Straße. Die Strecke verläuft jetzt durch ein schönes Tal an einem Fluss entlang, dass von hohen Bergen begrenzt ist. Dann geht es hinauf über einen Pass, wo noch überall Schneefelder zu sehen ist. Die Campingplätze sind hier noch geschlossen.

Nun kommt die Abfahrt zum Chief Joseph Highway und die Landschaft wird richtig spektakulär. Die Sonne, die ab und zu scheint und die Wolkenformationen bilden einen tollen Kontrast zu der Bergkulisse. Die Straße führt nun in Serpentinen hinauf zu dem Pass und die Ausblicke werden immer schöner. Wir werden verfolgt von einer Wolkenwand und als wir den Parkplatz auf dem Dead Indian Point erreichen, fängt es an zu schneien und zu graupeln. Dadurch ist die Sicht leider etwas getrübt.

Nun wird erst einmal ein schöner Kaffee gekocht und eine Kleinigkeit gegessen, während es draußen stürmt. Es ist richtig gemütlich. Monti und wir werden aber ganz schön geschüttelt. Da das Wetter auf dieser Seite nicht besser wird, fahren wir weiter. Es geht wieder in Kurven bergab, aber hier schneit es kaum. Auf dieser nördlichen Seite gibt es kaum Wald. Wir kommen nun langsam in die Prärie. Wir sehen große Wiesenflächen, aus denen mächtige rote Felsen herausragen. Es geht vorbei an großen Weideflächen mit jeder Menge Kühen  und bald darauf erreichen wir Cody.

Susi führt uns zum Campingplatz, wo wir die Einfahrt in dem spitzen Winkel verpassen und noch eine Extrarunde drehen. Ich melde uns an und wir erhalten die Site 66, bezahlen müssen wir bar, da keine Kreditkarten genommen werden. Wir beziehen unseren Stellplatz und gehen anschließend noch einmal zu Rezeption, um Karten für das Rodeo (20$ pro Person) zu kaufen. Für das Diner mit Livemusik ist es leider schon etwas zu spät. Wir essen was zu Abend und fahren um 19 Uhr los.

Das Rodeogelände ist gut zu erreichen und genügend Parkplätze gibt es auch. Wir können bereits in die Arena und gehen zur Nordtribüne, von wo aus man besser sieht. Vorsichtshalber ziehen wir uns warm an und nehmen eine Decke mit. Es ist zwar trocken, aber es geht ein recht frischer Wind. Norbert muss sich dann noch einen Etage höher setzen, er hat wieder mal das “Glück”, dass sich ein sehr großer kräftiger Mann vor ihn setzt und er nichts mehr sieht.

Das Rodeo beginnt mit der Nationalhymne und einer Reiterin mit Fahne in der Arena. Dann werden die Akteure vorgestellt, darunter auch ein kleines Mädchen. Nun geht das Spektakel los, die Cowboys reizen die Bullen und machen die tollsten Kunststücke. Danach ist Bullenreiten angesagt, dass für die meisten nach wenigen Sekunden zu Ende ist, und sie sich auf dem Boden wiederfinden. Das wechselt sich mehrmals ab. Zwischendurch weigert sich ab und zu mal ein Bulle, die Arena zu verlassen und wird von einem Reiter mit dem Lasso eingefangen. Es ist ein lustiges Spektakel, interessant es mal gesehen zu haben.

Gegen 22 Uhr ist alles vorbei. Nun gehen wir mit den Massen zurück zu Monti. Wir warten aber, bis die meisten losgebraust sind und fahren dann zurück zum Campingplatz. Es ist das erste Mal, dass wir im Dunkeln fahren. Das Einparken auf unseren Stellplatz ist dann gar nicht so einfach, da sich die Sanitäreinrichtungen gegenüber befinden. Außerdem hüllt sich der ganze Campingplatz in Dunkelheit. Als wir es geschafft haben, schließen wir alles wieder an und machen uns einen “steifen” Grog, da wir doch etwas durchgefroren sind. Umso besser können wir dann schlafen. Ein schöner erlebnisreicher Tag geht wieder zu ende.  

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