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6. Juni – Kinney Lake – Jasper

Als ich munter werde, traue ich meinen Augen kaum, die Sonne scheint. Ich schaue aus dem Fenster und sehe zwischen den Bäumen strahlend blauen Himmel. Nun hält es uns nicht mehr im Bett. Haben wir doch heute die Chance, den Mount Robson mal ohne Wolken zu sehen. Da wir keinen Strom haben, wird der Toast so weich gegessen, wie gekauft. Lange halten wir uns nicht mit dem Frühstück auf. Geplant ist eine Wanderung zum Kinney Lake.

Wir fahren gegen 8:30 Uhr los und halten zuerst am Visitor Center. Strahlend weiß vor blauem Himmel liegt der Berg in seiner ganzen Schönheit vor uns. Fotoapparat und Kamera werden gezückt, um alles im Bild festzuhalten. Einige Reisebusse mit Indern sind ebenfalls schon da. Sie laufen wie ein “aufgescheuchtes Hühnervolk” durcheinander und man bekommt sie ständig vor die Linse. Aber uns gelingen doch einige Schnappschüsse, wozu hat man Zoom.

Dann fahren wir erst einmal die drei Kilometer bis zu dem Parkplatz, von wo aus der Trail beginnt. Es ist gut, dass wir so zeitig dran sind, denn später sieht es mit Parkplätzen schlecht aus. Wir schnüren die Wanderschuhe, packen den Rucksack und machen uns auf den Weg. Wir sind erst einmal lange Zeit allein. Da wir aber des Öfteren stehen bleiben und einfach nur die Natur anschauen und immer mal wieder einen Blick auf das Massiv des Mount Robson werfen, überholen uns dann doch einige Wanderer.

Ein holländisches Ehepaar holt uns ein und wir unterhalten uns auf englisch. Der Weg führt uns bergauf am Fluss entlang, der sich wild tosend ins Tal hinab stürzt. Nach etwa vier Kilometern erreichen wir den türkisfarbenen Abfluss des Sees, der den Fluss speist. Hier treffen wir ein junges Pärchen aus München und wir unterhalten uns ein wenig. Da sie das erste Mal in Kanada sind, geben wir ihnen einige Tipps, was sie sich ansehen können. Dann liegt der See in seiner ganzen Schönheit vor uns. Die Berge spiegeln sich in dem türkisfarbenen Wasser. Wir setzen uns auf eine Bank und lassen das herrlichen Panorama auf uns wirken. Wie schön ist doch die Welt.

Dann machen wir uns auf den Rückweg. Der Himmel bezieht sich langsam mit dünnen Schleierwolken. Wie gut, dass wir so zeitig gestartet sind. Auf dem Rückweg kommen uns jetzt viele Wanderer entgegen. Dann kommen plötzlich zwei Mountainbiker hinter uns den Weg heruntergerast, Norbert kann gerade noch zur Seite springen, ansonsten wäre unser Urlaub vorbei gewesen. Für die Biker aber auch, denn die wären dann sicher im hohen Bogen in den Fluss gestürzt. Man kann soviel Unvernunft einfach nicht verstehen.

Kurz bevor wir den Parkplatz erreichen, haben wir noch eine kurze Unterhaltung mit einem netten, älteren Ehepaar aus Edmonton, die wieder die üblichen Fragen stellen. Wir erreichen unser Wohnmobil und machen uns erst einmal frisch. Bevor wir losfahren können, schiebt sich ein anderes Motorhome neben unseres. Es ist kein halber Meter mehr dazwischen. Ich bekomme die Tür gar nicht mehr auf. Damit ich Norbert beim Rückwärtsfahren einweisen kann, steige ich auf der Fahrerseite aus. Der “Verkehrsrowdy” (übrigens Deutsche) klappt dann wenigsten noch unseren Spiegel ein, so dass wir einigermaßen aus der Lücke herauskommen.

Nun geht die Fahrt weiter in Richtung Jasper. Da es morgen wieder regnen soll, überlegen wir, noch zum Maligne Lake zu fahren. Da wir die Zeit noch um eine Stunde vorstellen müssen auf Mountain Time und die letzte Bootstour bereits um 4 Uhr am Nachmittag geht, schaffen wir es leider nicht mehr. Also nehmen wir uns Zeit für die Fahrt nach Jasper. Auf einem schönen Parkplatz machen wir eine kleine Lunchpause. Ein Wapiti auf der gegenüberliegenden Seite hat die gleiche Idee.

Gegen 16 Uhr (Albertazeit) kommen wir auf dem Whistler Campground an. Wir bekommen eine Site mit Strom. Dieser Campingplatz ist sehr groß und geräumig. Wir checken für zwei Tage ein und bekommen zwei verschiedene Sites. Es ist das erste Mal, dass ein Campingplatz auf unserer Tour gut gefüllt ist. Die Stellplätze liegen aber recht weit auseinander, so dass kaum einer den anderen stört, solange er nicht Lärm macht. Wir genießen dann noch die restlichen Sonnenstrahlen und lassen den Abend gemütlich ausklingen. 

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