18.04.2018 – Fahrt nach Williams

Diese Nacht war mit 8°C richtig frisch. Es geht heute um 7:30 Uhr los. Mike und Gladys fahren erst noch zum Dumpen. Danach geht es in Richtung Osten zur I-17 und dann in Richtung Norden. Die Sonne scheint von einem strahlend blauen Himmel und es wird langsam wärmer. Es geht nun ständig bergauf bis auf eine Höhe von 2.000 m. Auf dem Hochplateau kommen wir nach der Wüste in ein schönes Waldgebiet.

Unser Ziel ist heute Williams, wo Mike im Vorfeld den Campingplatz reserviert hat. Er biegt aber nicht ab, sondern fährt weiter nach Flagstaff. Wir folgen ihm und fahren auf einen Parkplatz in der Nähe des Bahnhofes. Wie müssen aber vorher an einer geschlossenen Schranke warten, denn ein sehr, sehr langer Zug fährt vorbei. Auf dem Parkplatz muss die Parkgebühr von 1 $ mit der Kreditkarte bezahlt werden. Dann laufen wir zum Bahnhof, wo sich das Visitor Center befindet.

Gladys holt sich eine Karte und lässt sich erklären, was man hier besichtigen kann. Es gibt kaum ein  Visitor Center auf unserer Strecke, dass die Beiden nicht aufsuchen. Das scheint ihre wichtigste Informationsquelle zu sein. Wir laufen nun noch etwas die Straße entlang bis zu einer alten, gut gepflegten Lokomotive, die hier ausgestellt ist. Auf der gegenüberliegenden Seite sind schöne alte Häuser zu sehen. Aber die beiden haben etwas anderes vor, also gehen wir zurück zu unseren Autos und fahren weiter.

Wir lassen uns nun überraschen, wohin die Fahrt geht, was sie als nächstes Ziel ausgesucht haben. Wir fahren in Richtung Nordosten und versuchen, die Beiden nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich biegen wir zum Visitor Center des Sunset Crater Vulcano NM ab. Die Fahnen hängen hier auf Halbmast. Norbert fragt an der Rezeption und bekommt die Auskunft, dass Barbara Busch gestorben ist.

Wir bekommen aufgrund unseres Nationalparkpasses weiteres Infomaterial und sehen uns die interessante Ausstellung zu dem Crater an.

„Der Kegel ist nahezu symmetrisch mit einem Durchmesser von rund 1 km an der Basis. Der Hauptkrater ist leicht nach Westen versetzt; an der Ostflanke gibt es eine Mulde, die als Austrittsort des jüngsten Lavaflusses gilt. Im Osten und Süden überdeckt der Kegel ältere Vulkanschlote, die als Rundungen an der Kegelbasis zu erkennen sind. Der Hauptkrater hat eine Tiefe von über 120 m. Asche und Schlacken des Vulkans bedeckten ursprünglich rund 2100 km², das Einflussgebiet erstreckt sich in elliptischer Form nach Osten. Die Aschen wurden durch Wind- und Wassererosion in großen Teilen des Gebietes verfrachtet und an wenigen Orten der Geländestruktur konzentriert. Heute werden nur noch rund 315 km² von vulkanischem Material bedeckt. Das Gesamtvolumen des ausgestoßenen Materials wird auf 0,3 km³ geschätzt.“ (Quelle: Wikipedia)

Nun machen wir uns auf die Runde und kommen an einem erstarrten Lavafeld vorbei, das vor einem riesigen Berg mit schwarzer Asche liegt. Es sieht beeindruckend aus, das schwarze Gestein mit grüner Vegetation. Gladys, Mike und Norbert machen eine Runde durch das Lavafeld, ich schaue es mir von oben an. Danach geht es zu einem Aussichtspunkt mit einem tollen Rundumblick. Die Fahrt führt uns weiter Richtung Norden. Auf einem schönen Picknickplatz essen wir eine Kleinigkeit. Von hier hat man einen weiten Blick in Richtung Grand Canyon. In der Ferne ist die Erde nicht mehr schwarz, sondern nimmt eine rötliche, teils gelbe Färbung an. Das wollen wir uns nun näher betrachten und verlassen das National Monument.

Aber das nächste NM (Wupatki) wartet bereits auf uns.

In dem 140 km² großen National Monument wurden fast 2600 prähistorische Fundstellen entdeckt, darunter die Ruinen von Pueblos der Anasazi-Kultur. Die Geschichte der Siedlungen ist stark beeinflusst vom Ausbruch des benachbarten Vulkans Sunset Crater in den Jahren 1064/1065. Warum nach dem Ausbruch die vorher nur spärliche Siedlungstätigkeit im Gebiet stark zunahm, ist unbekannt. Möglicherweise trug die verbesserte Wasserspeicherung der vulkanischen Aschen zur Fruchtbarkeit der Böden bei.

„Die Wupatki-Ruine war im 12. Jahrhundert das größte bekannte Bauwerk auf dem nordamerikanischen Kontinent. In ihr wohnten zwischen 85 und 100 Personen, die Bevölkerung des näheren Umfelds wird auf mehrere Tausend geschätzt. Die Anasazi lebten von Mais, Kürbis und Bohnen. Sie jagten Gabelböcke und Nagetiere und sammelten Beeren. Sie schufen kunstvoll bemalte Keramiken und trugen Kleidung aus gewebten und bunt gefärbten Textilien. Tonscherben zeigen, dass es Handelsbeziehungen durch den ganzen Südwesten der heutigen USA gab.“ (Quelle: Wikipedia)

Auf dem Parkplatz des Visitor Center können wir halten. Von hier laufen wir zu den beeindruckenden Ruinen der Anasazi. Vieles ist noch gut erhalten und auf den Informationstafeln kann man viel über die Geschichte lernen. Nach dem Weg durch die Ruinen, sehen wir uns noch die interessante Ausstellung im VC an. Danach geht es auf dem gleichen Weg zurück. Das ganze Gebiet war sehr interessant. An einem View Point halten wir für eine kurze Rast an.

Norbert ist gerade im „Restroom“, als Mike und Gladys in ihr Auto einsteigen und los fahren, ohne sich umzudrehen. Sie merken gar nicht, dass wir noch nicht abfahrbereit sind. Sie sind bald aus unseren Augen verschwunden.  Na gut, mich stört es nicht, ich habe ja den CG im Navi und wir finden auch allein hin. Wir fahren dann auch los und nach einigen Meilen haben sie uns wohl doch vermisst und warten.

In Flagstaff fahren wir auf die I-40 und dann weiter in Richtung Westen. Den Campingplatz finden wir ohne Probleme. Es ist ein privater Platz mit Parkplatzcharakter. Zuerst müssen wir aber noch einmal über die Straße fahren zur Registration. Da ich immer die Formalitäten auf den Campingplätzen erledige, gehe ich mit Mike und Gladys in das Office.

Er bezahlt für uns gleich mit, was ich gar nicht so gut finde, muss ich es ihm doch cash zurückgeben. Mit der Mitarbeiterin macht er wieder ausführlich Small Talk. Er erzählt ihr wieder woher wir kommen und dass ich kaum englisch kann. Danach geht es zurück zu unseren Stellplätzen. Wir schließen alles an. Es dauert nicht lange, da kommt Mike und redet „oberlehrerhaft“ auf uns ein. Das Thema Zugfahrt kommt auch schon wieder auf. Wir erklären ihm, dass sich das erledigt hat. Dann geht es um den Besuch des Wild Life Parks, der ja nun schon geschlossen hat usw. Ich sage ihm, dass wir das lassen können, wenn sie nicht wollen. Er redet immer weiter auf uns ein, bis Norbert langsam der Kragen platzt. Im Streit gehen wir dann auseinander. Wir wissen auch nicht, warum er immer so lange auf einem Thema „herumhackt“. Nach einer langen Fahrt ist man müde und möchte nicht endlose Diskussionen in einer anderen Sprache führen. Man versteht dann manchmal die einfachsten Worte nicht mehr.

Den Abend verbringen wir dann jeder für sich. Abends bekommen wir dann noch eine Mail von Mike. Die Diskussion würde ihm leid tun. Gleichzeitig schreibt er aber wieder über die bereits bekannten Themen. Ich schreibe ihm dann eine Mail und sage ihm, dass ich die Zugfahrt und das Wildgehege bei meiner Planung mit berücksichtigt habe, wir aber auch gern darauf verzichten können. Wir sollten uns nun wieder den nächsten Tagen zuwenden. In der Hoffnung, dass er das nun endlich verstanden hat, gehen wir schlafen.

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2 Kommentare zu „18.04.2018 – Fahrt nach Williams

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