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23. Mai – Victoria

Als wir heute gegen 7:00 Uhr aufstehen, lacht bereits die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Während Norbert sich auf die Suche nach einem Campingladen macht, schreibe ich die ersten Ansichtskarten nach Hause. Da uns die Vermieterfirma nur ein Pat für die Toilettenspülung mitgegeben hat, brauchen wir dringend Chemikalien. Die Firma Travelland hatte uns vor sechs Jahren ausreichend mit Chemikalien versorgt. Bei Cruises Canada ist dies nicht der Fall, ein weiteres Mango für diese Firma. Leider kann er keinen Laden finden.

Heute steht ein Besuch von Victoria auf dem Programm. Also gehen wir zum Yachthafen, der sich gleich neben dem Campingplatz befindet. Hier ist die Haltestelle der kleinen Fähre, die uns nach Inner Harbour bringen soll. Wie haben Glück, denn es legt gerade eine Fähre an. Für die Überfahrt müssen wir zehn Dollar pro Person bezahlen (also 40 $ hin und zurück). Dafür bekommen wir aber gleich eine kleine Stadtführung. Victoria ist die Hauptstadt von British Columbia. Sie liegt am südlichen Zipfel von Vancouver Island. Ihre britische Tradition hat sie bis in die heutige Zeit beibehalten. Der Stadtkern ohne Hochhäuser  liegt um den geschützten Naturhafen Inner Harbour. Gepflegte Parks, Blumenampeln an leuchtend blau gestrichenen Straßenlaternen, rote Doppeldeckerbusse, die überwiegend für Stadtrundfahrten eingesetzt werden, viele historische Gebäude und ein gemächlicher Lebensrhythmus zeigen uns eine typische englische Kolonialstadt aus dem viktorianischen Zeitalter.

Im Süden der Hafenbucht liegt das eindrucksvolle Parlamentsgebäude inmitten einer sehr schönen, gepflegten Parkanlage. Es wurde 1897 aus mächtigen Steinquadern erbaut. Auf der wuchtigen Hauptkuppel steht das vergoldete Standbild von Kapitän George Vancouver, der die nach ihm benannte Insel als erster umsegelte. Die Fassade wird von Figuren herausragender historischer Persönlichkeiten aus British Columbia verziert. Auf der Terrasse steht eine Statue der Königin Victoria.

Im Süden der Hafenbucht liegt das eindrucksvolle Parlamentsgebäude inmitten einer sehr schönen, gepflegten Parkanlage. Es wurde 1897 aus mächtigen Steinquadern erbaut. Auf der wuchtigen Hauptkuppel steht das vergoldete Standbild von Kapitän George Vancouver, der die nach ihm benannte Insel als erster umsegelte. Die Fassade wird von Figuren herausragender historischer Persönlichkeiten aus British Columbia verziert. Auf der Terrasse steht eine Statue der Königin Victoria.

Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt ist das 1908 eröffnete Fairmont Empress Hotel. Es wurde im Auftrag der Canadian Pacific Railway Company erbaut. Das Gebäude erinnert uns an das Chateau Frontenac in Quebec, welches wir im Jahr 2000 gesehen haben. Wir wollen uns einen weiteren Höhepunkt gönnen. Dies ist der  „Five O’ `Clock Tea“ im Empress Hotel, der vermutlich nicht einmal mehr in England so pedantisch zelebriert wird wie in Victoria. Deshalb suchen wir gleich nach Ankunft das Empress Hotel auf, um uns einen Platz für dieses Zeremoniell zu reservieren. Der Termin für den Five O’ `Clock Tea ist um 16:45 Uhr. Somit haben wir noch genug Zeit, uns diese schöne Stadt etwas genauer anzusehen.

Die Geschichte der Stadt Victoria beginnt für europäische Verhältnisse relativ spät. Die seit langem von den Indianern besiedelte Insel wurde erst 1843 von James Douglas erkundet. Dieser arbeitete für die Pelzhandelsgesellschaft Hudson´ Bay Company. Bald darauf entstand das Fort Victoria und 1849 ernannte die britische Krone Vancouver Island zur Kolonie. Bereits 1858 machten über 20.000 Goldsucher in Victoria Station. Es entwickelten sich ein florierender Pelzhandel, der Holz- und Kohleabbau, Fischerei und Landwirtschaft, was der Kolonie hohe Erträge brachten. Als einzige, damals existierende Stadt übernahm Victoria 1866 die Hauptstadtfunktion für Vancouver Island und British Columbia. Diese Funktion hat sie auch heute noch, obwohl Vancouver nach dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn wesentlich schneller wuchs und eine größere Bedeutung erreichte. Das eigentliche Stadtgebiet hat heute 75.000 Einwohner, der Großraum, der sich bis zum Fährhafen Swartz Bay und Sidney erstreckt zählt 320.000 Einwohner.

Victoria ist eine Stadt, die in Kanada am meisten vom Wetter verwöhnt wird. Der Regen wird von den Bergen der Westküste abgehalten. Strenge Winter sind völlig unbekannt und es gibt selbst im Januar nur sehr wenige Frosttage. Wenn weite Teile Kanadas noch unter Schnee und Eis liegen, blühen hier bereits die Blumen. Diese Vielfalt haben wir bereits in den Butchart Gardens kennen gelernt.

Bevor wir weiter in die Geschichte dieser Stadt eintauchen, machen wir einen kurzen Bummel durch die Geschäftsstraßen der Stadt. Wir gehen die Douglas Street entlang. Diese führt vorbei an der St. Andrews Church bis zum Eaton Centre, einem Einkaufsparadies, dass der Hudson Bay Companie gehört. Unser Weg führt uns weiter zur Old Town mit seinen altehrwürdigen Bauten. Hier gibt es noch viele traditionsreiche Geschäfte. Weiter geht es dann zum Bastion Square. Hier gibt es viele Boutiquen und Kunstgalerien.  

Da es bereits Mittagszeit ist, nehmen wir einen kleinen Imbiss (Sandwich) zu uns. Wir wollen uns nun doch etwas näher mit der Geschichte beschäftigen und gehen deshalb in das Royal British Columbia Museum. Das Museum befindet sich im Heritage Court zwischen dem Parlamentsgebäude und dem Empress Hotel. Es gilt als das beste natur- und kulturhistorische Museum Westkanadas.

Der Eintritt ist mit 27,50 Dollar pro Person doch etwas hoch. Dafür werden wir aber mit viel Sehenswertem belohnt. Im Untergeschoss ist eine Sonderausstellung über die Geschichte Europas und Kleinasiens, von der Antike bis in das 19. Jahrhundert. Wenn man aus Europa kommt und doch schon einiges gesehen hat, ist es sehr interessant, diese Darstellung zu erleben. Die Kanadier sind sehr an unserer Geschichte interessiert. Dies sieht man an den zahlreichen Besuchern dieses Teiles des Museums. Eine weitere Ausstellung zeigte das Leben in Asien, vor allem China und Japan sowie Ozeanien.

Dann kommen wir in den Teil der sich mit British Columbia befasst. Der erste Teil zeigt eine Übersicht über die Flora und Fauna von British Columbia. Es gibt sehr viele ausgestopfte Tiere wie zum Beispiel Bären, Wapiti,  Luchse, Seelöwen bis hin zu Vögeln. Die Tiere sind in ihrer natürlichen Umgebung dargestellt. In einem Raum ist richtiger Wald aufgebaut und die Stimmen und Geräusche der Tiere werden über Tonband abgespielt. Die Seevögel und Seehunde liegen und stehen auf naturgetreu aufgebauten Klippen mit Wasser. Beeindruckend ist die lebensgroße Darstellung eines Mammuts.  Diese Art Museum, die in Kanada immer besonders detailgenau und lebensecht aufgebaut ist, haben wir schon mehrfach kennen gelernt. Nun kommen wir in einzelne Kabinette, wo man sein Wissen testen und viel Neues spielerisch lernen kann. Die Kinder haben hier besonders viel Spaß.

Wir gehen in den zweiten Stock und man tritt eine Reise in die Vergangenheit an. In dem ersten Raum ist eine Übersicht über die Geschichte der Region mit seinen Erfindungen und der Entwicklung der Technik.  Der nächste Raum zeigt eine vollständig hergestellte Pionierstadt aus dem 19. Jahrhundert, die in Originalgröße das halbe  Stockwerk ausfüllt. In dieser „Stadt“ gibt es ein Hotel, dass man besichtigen konnte, eine Druckerei, alle im Alltag benötigten Geschäfte mit sehr interessanten Auslagen, ein kleines Chinatown, einen Fischmarkt, einen Goldwäscheplatz, ein Kohlebergwerk, einen Bahnhof und vieles mehr. Alles ist wieder mit viel Liebe zum Detail hergerichtet. Leider dürfen wir nicht fotografieren und filmen. Heimlich haben wir aber doch ein paar Fotos geschossen.

 Auf der anderen Seite der Etage ist die Indian History Gallery mit ihrer wohl einmaligen und umfassenden Darstellung der Geschichte, Kultur und Kunst der Nordwestküstenindianer zu sehen. Es gibt unter anderem Kanus, Bekleidung, Masken, ein Erdhaus der Salish, ein traditionelles Bighaus der Küstenindianer und vieles mehr zu sehen. In einem Raum stehen viele Totems, auf denen die Geschichte der einzelnen Familienclans dargestellt wird. Szenen aus dem Leben der Westküstenindianer  sind in einer beeindruckenden Vielfalt zu sehen. Aus Lautsprechern ertönen geheimnisvolle indianische Gesänge. Es ist eine sehr interessante, für uns unbekannte Welt. Nun verlassen wir dieses tolle Museum mit vielen neuen Eindrücken. Dieser Besuch hat sich wirklich gelohnt. 

Da wir noch etwas Zeit haben, machen wir einen Abstecher in den Beacon Hill Park. Die Parkanlage ist 74 ha groß und ein beliebtes Naherholungsgebiet. Wir sehen Wiesen mit Sonnenanbetern, kleine Seen, die von einer Vielzahl von Vögeln bevölkert sind, blühende Sträucher, hübsche kleine Steinbrücken und Grotten und vieles mehr. An einer hübschen, romantischen Stelle wird Hochzeit gefeiert. Wir kommen an ein Spielgeld, auf dem gerade Baseball gespielt wird. Wir schauen ein wenig zu, verstehen aber leider von den Spielregeln zu wenig.

Unser Spaziergang geht weiter bis zum Strand. Dabei entdecken wir am Ende des Parks den höchsten Totemphahl (37 m) der Welt. Über eine Wiese kommen wir an den Strand. Von hier aus haben wir einen herrlichen Blick auf die mit Schnee bedeckten Gipfel der Olympic Mountains in den USA. Leider drängt die Zeit und wir können nicht noch die Mile 0 des Trans-Canada-Highway 1 aufsuchen. Dieser HW 1 führt über 8.000 km bis an die Ostküste und wir werden ihn in unserem Urlaub noch mehrmals befahren.

Wir gehen nun zurück zum Empress Hotel. Die Tea Time beginnt pünktlich und wir bekommen einen schönen Tisch für zwei Personen am Fenster mit Blick auf Inner Harbour. Wir können uns den Tee aussuchen und wählen die Hausmarke. Er schmeckt wieder hervorragend. Der Ober bringt eine Etagere mit verschiedenen Sandwichs und Süßigkeiten. Er erklärt uns die einzelnen Stücke. Wir lassen es uns bei leiser Klaviermusik (live) schmecken und genießen das exklusive Ambiente. Mit der Rechnung (115 $ für zwei Personen) bekommen wir jeder noch eine schöne Teebüchse mit Inhalt geschenkt. Wir suchen noch die Washrooms auf, die mit ihrer exklusiven Einrichtung (goldene Armaturen, Sessel, Kamin, goldene Spiegel) durchaus sehenswert sind.

Nach diesem Trip in die viktorianische Geschichte gehen wir voller Eindrücke zurück zu unserer kleinen Fähre. Um 18:00 Uhr fahren wir zurück zum Campingplatz. Unser Fährmann erzählt uns wieder viel Interessantes über die Geschichte der Stadt. Dieser schöne Tag geht dann gegen 22:15 Uhr nach einem einfachen Abendbrot zu ende.

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